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Kein Kühlschrank ohne Gase

 

Der Kühlschrank ist für unser tägliches Leben so unverzichtbar wie die Gase, die für seine Herstellung benötigt werden. Eine ganze Palette der flüchtigen Stoffe kommt dabei zum Einsatz.

Zu Zeiten des Sozialismus trug ein beträchtlicher Teil der Kühlschränke in Osteuropa den Namen Lehel und stammte aus dem ungarischen Jászberény. Marke und Standort wurden vom schwedischen Unternehmen Electrolux übernommen, einem der führenden Hersteller von Haushaltsgeräten. Inzwischen firmiert die Fabrik unter dem Namen Electrolux Lehel und fertigt weiterhin vor allem Kühlschränke. Heute verfügt der Konzern über einen weiteren Standort in Nyíregyháza. In den beiden Fabriken entstehen rund 70 Prozent der europäischen Kühlschrankproduktion.

Beim Löten Weltklasse

Die wichtigsten Teile des Kühlschranks sind aus Metall. Löten und Schweißen gehören also zu den zentralen Produktionsschritten. Zum Beispiel werden die Rohre der Kühlschlange mit den Anschlüssen des Kompressors verlötet, die aus Kupfer und verkupfertem Stahl bestehen. Da der Kompressor im Betrieb leicht vibriert, hängen sowohl die Funktion als auch die Lebensdauer des ganzen Kühlschranks von der Qualität dieser Verbindung ab. Sie muss dauerhaft halten und gasdicht bleiben. Zum Löten verwenden die Facharbeiter bei Electrolux Lehel eine Mischung aus Erdgas und Sauerstoff. „Die Kollegen arbeiten auf Weltklasseniveau, die Qualität der Lötverbindungen weist im ganzen Konzern die besten Kennzahlen auf“, betont der technische Leiter der Kühlschrankproduktion, József Csibra. Trotzdem werden die Kühlelemente vor der Montage noch einer Dichtheitsprüfung mit Helium unterzogen. Die Atome des Edelgases sind so winzig, dass sie durch die kleinsten Poren dringen und so jedes Leck anzeigen.

Schöne Schweißnaht gefordert

Zum Verbinden der nur 0,5 Millimeter starken Verdampferplatte mit einem Aluminiumrohr wird per Lichtbogen geschweißt. Bei diesem AWI-Schweißen verhindert Argon die Oxidation der beteiligten Metallflächen, ebenso wie beim Verschweißen von Metallteilen an den sichtbaren Teilen der Kühlschränke. Dort ist eine makellose Ästhetik der Schweißnähte und der angrenzenden Teile gefordert. Damit die sorgfältig bearbeiteten Oberflächen bei der Reinigung am Ende des Produktionsprozesses nicht leiden, werden sie mit feinkörnigem Trockeneis gestrahlt. Die kinetische Energie des Strahls entfernt schonend jede Verschmutzung. Da die CO2- Pellets beim Auftreffen verdampfen, bleiben auch keine Rückstände übrig.

Ex-Schutz und Wassersperre

Ein weiteres Gas erfüllt wichtige Aufgaben in Bezug auf die Betriebssicherheit. Denn manche Stoffe, die im Herstellungsprozess gebraucht werden, sind ziemlich explosiv. Dazu gehören etwa das Erdgas zum Löten sowie die als Kühlmittel verwendeten Kohlenwasserstoffe Cyclopentan (flüssig) und Isobutan (gasförmig). Detektoren überwachen die Räume, in denen mit diesen Stoffen hantiert wird. Sie lösen die Sperrung der Zuleitungen aus, wenn die Konzentration dieser Gase oder Dämpfe einen Grenzwert überschreitet. Die Absperrventile arbeiten pneumatisch. Sie werden allerdings nicht wie üblich mit Druckluft betätigt. Deren Feuchtigkeitsgehalt könnte im Winter zum Einfrieren der Ventile und Leitungen führen. Stattdessen verwendet man für den Druckaufbau Stickstoff. Außerdem dient das reaktionsträge Gas als trockene Schutzschicht für das gemischte Polyol und das Isocyanat, beides Vorprodukte des Isolierschaums für die Wände der Kühlboxen. Isocyanat ist äußerst hydrophil, also wasserfreundlich. Deshalb würde es ohne die gasförmige Wassersperre die gesamte Feuchtigkeit aus der angrenzenden Luft ziehen und dabei seine Qualität einbüßen. Die Gase, die von Messer nach Jászberény geliefert werden, sind bei der Herstellung der unentbehrlichen Küchengeräte im engsten Sinne des Wortes allgegenwärtig.

Autor: Kriszta Lovas und Mónika Zimányi-Csere, Messer Hungarogáz